Slackline-Geschichte

Seit der Antike ist das Balancieren als Kunst bekannt. Griechen wie auch Römer betätigten sich in dieser Technik. Seiltänzer aus Indien und Ägypten kamen bis an den Bosporus. Bis schließlich im Mittelalter auch bei uns indische, persische und morgenländische Seiltänzer auftauchten.

Diese Vorfahren der Slackliner balancierten auf Hanfseilen und (kaum zu glauben!) Darmsaiten. Erst mit der Erfindung des Drahtseils zu Beginn des 20. Jahrhunderts kamen Hanfseile aus der Mode.

Dr_Slack im Laub versteckt

Natürlich kennt jeder die Drahtseilartisten von Zirkusbesuchen oder spektakulären Vorführungen zwischen Wolkenkratzern mit Rädern oder Motorrädern auf dem Seil. Aber wer käme schon auf die Idee, dass man selber auch in der Lage wäre, auf etwas Ähnlichem zu balancieren?

Das passierte in den 70er Jahren im Yosemite-Valley. Leuten aus der Kletter-Szene, zu nennen sind hier vor allem Adam Grosowsky und Jeff Ellington*, denen es an Ruhetagen ein bisschen langweilig wurde. Sie fingen zunächst an, auf Absperrketten von Parkplätzen ihre Balance zu testen. Als sie merkten, dass dies nicht nur eine Menge Spaß macht, sondern auch für das Klettern ein gutes Grundlagentraining darstellt, begannen sie damit, Kletterseile zwischen Bäumen zu verspannen und darauf ihr Glück zu versuchen.

Das Kletterseil erwies sich jedoch auch nicht als die optimale Unterlage, da es die etwas störende Angewohnheit hat, sich unter dem Balancierenden wegzurollen. Schließlich ging man dazu über, auf Schlauchbändern zu balancieren, die eine wesentlich größere Stabilität aufweisen.

Als Vorreiter des Slackens in Europa muss man den Tiroler Kletterer Heinz Zak bezeichnen, der selbst mehrfach im Yosemite-Valley und dort quasi von Anfang an dabei war.

Im Lauf der letzten Jahre wurde die Slackline als Sportgerät auch bei uns immer beliebter. Alle großen Kletterzubehör-Hersteller haben mittlerweile eine oder mehrere Slacklines in ihrem Programm und reagieren so auf die spürbar gestiegene Nachfrage.

Mittlerweile ist die Szene so groß, dass jedes Jahr an verschiedenen Orten Slackline-Festivals stattfinden, bei denen zumeist jeder seine eigene Slackline mitbringen und aufhängen kann. Gegenseitiger Erfahrungsaustausch und Verabredung von gemeinsamen Projekten, Bekanntmachen des Slackens sowie natürlich schlichtweg das Beisammensein mit Leuten, die genauso verrückt sind wie man selbst, ist mehr als ausreichend Motivation für diese Zusammenkünfte.

Die Slackline-Geschichte lebt! Schreiben wir sie weiter!

*Erfinder des so genannten "Ellington"; ein Flaschenzugsystem zum Spannen einer Slackline, welches sich selbst abklemmt

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