Slackline-Know-How

Alfred landet auf der Line

Auf einer Slackline wird entweder barfuß oder mit Schuhen gelaufen. Wer nicht barfuß laufen möchte, sollte darauf achten, dass seine Schuhe eine nahezu profillose und nicht zu feste Sohle aufweisen.

Im Wesentlichen gibt es bei Slacklines derzeit fünf Typen, bei denen vor allem die Länge, die Höhe und die Art der Aufhängung den Unterschied ausmachen. Weitere Unterscheidungsmerkmale sind das Bandmaterial (Elastizität), die Spannmethode (Zurrgurtratsche oder Flaschenzug) und die Breite der Slackline.

Lowline / Trickline

Die Lowline auch Trickline genannt ist die eigentliche Standardline, auf der die meisten SlackerInnen ihre ersten Balance-Versuche machen. Sie wird zwischen knie- und hüfthoch aufgehängt und hat im Allgemeinen ein Länge zwischen 8 und 15m. Als Aufhängungspunkte dienen zumeist Bäume, aber auch Masten und andere Gegenstände, die den hohen Belastungen, die beim Slacken auftreten, standhalten können.

Die geringe Höhe dieses Line-Typs sorgt für ein überschaubares Verletzungsrisiko beim Balancieren. Wer von dieser Line runter muss, steht meist nur knapp über dem Boden und bei sorgfältiger Auswahl des Untergrunds (z.B. Rasen oder Sand) sind Verletzungen eher unwahrscheinlich.

Gerade für Anfänger ist diese Line besonders geeignet, ihre ersten Balanceakte zu versuchen.

Rodeoline / Freestyleline

Die Rodeoline, die auch als Freestyleline bezeichnet wird, ist die Line, die dem Begriff slack am meisten gerecht wird. Sie wird als einzige Slackline ganz ohne Vorspannung aufgehängt. Die Aufhängungspunkte werden dementsprechend hoch über dem Boden gewählt. Dazwischen hängt die Line schlapp bis knapp über dem Boden.

Das Balancieren auf der Rodeoline erfordert bereits einiges an Grundfertigkeiten. Das Ausgleichen der seitlichen Bewegungen der Line ist bei diesem Line-Typ die Hauptschwierigkeit. Meist wird sie für das so genannte Surfen verwendet, bei dem Bewegungsabläufe wie beim Wellenreiten oder Snowboarden zur Ausführung kommen.

Longline

Die Longline zeichnet sich durch ihre besondere Länge aus. Mittlerweile werden bereits Lines mit über 100m aufgehängt und begangen. Die besondere Herausforderung der Longline ist das hohe Maß an Konzentration, das über einen langen Zeitraum aufgebracht werden muss. Ein Walk auf einer 150m-Line kann durchaus über 15 Minuten dauern.

Das Aufhängen von Longlines dieser Dimension stellt höchste Ansprüche an Mensch und Material. Je länger eine Line aufgehängt wird, umso größer sind auch die Kräfte, die notwendig sind, um diese Line mit ausreichend Spannung zu versehen. Nur wer in der Lage ist, stabil und ausdauernd auf einer Lowline zu gehen, hat auch eine Chance, eine Longline erfolgreich zu beschreiten.

Besonders an den Enden der Longline ist das Schwingungsverhalten sehr speziell. Durch die hohe Vorspannung ist eine Longline auf den ersten Metern sehr straff. Die Line reagiert extrem "nervös" und fordert die an eine gewisse Schwingung gewöhnten SlackerInnen auf besondere Weise. Je weiter man auf einer Longline in Richtung Mitte voran schreitet, desto mehr lässt dieses Verhalten nach. Die Schwierigkeit besteht zunehmend darin, die immer größer werdenden seitlichen Schwingungen im "Griff" zu behalten.

Highline

Highline Animation

Es gibt neben der Highline (höher als 30m) noch die so genannte Midline (ca. 5 - 30m). In aller Regel werden diese Slacklines nicht ohne Sicherung mittels Klettergurt begangen. Die Line wird durch ein parallel verlaufendes Kletterseil redundant abgesichert.

Die besondere Herausforderung liegt selbstverständlich in der extremen Höhe dieser Lines begründet. Ein ungesicherter Sturz hätte unweigerlich schlimmste Folgen. Ausreichende Erfahrung auf Lowlines ist unbedingte Voraussetzung zur erfolgreichen Begehung von Highlines! Auf Highlines kommt neben der Angst vor der Höhe oft der starke Wind erschwerend hinzu.

Der Befestigung von Highlines ist besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Das Hängen von Highlines ohne ausreichende Erfahrung ist fahrlässig und sollte prinzipiell nur im Beisein von erfahrenen Highlinern stattfinden. Ein Fehler kann in diesen Höhen schnell ein Leben kosten.

Waterline

Eine über Wasser gespannte Slackline wird als Waterline bezeichnet. Sie kann sowohl über stehendem als auch über fließendem Wasser aufgehängt werden.

Das Spiegeln der Oberfläche und die Fließbewegungen des Wassers können das Balancegefühl empfindlich stören. Eine Orientierung an einem Fixpunkt ist oft erschwert. Gewässer insbesondere die Randbereiche in Ufernähe sollten stets sorgfältig untersucht werden. Bei einem Sturz sollte ausreichend Wassertiefe vorhanden sein, um nicht mit dem Grund Kontakt aufnehmen zu müssen.

Solange die Waterline in relativ geringer Höhe über dem Wasser verläuft ist Springen auf und von der Waterline besonders zu empfehlen. Stürze ins Wasser sind mit Sicherheit die schönsten beim Slacken.
Slacken und Badespaß lässt sich also aufs Beste miteinander verbinden.

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